Wie wir Kindern gesundes Essen schmackhaft machen können!

Besser-essen für Kinder – mit Geduld und Fantasie klappt es!

Bild: © Rainer Berg/Westend61/Corbis
© Rainer Berg/Westend61/Corbis

Obst und Gemüse? Fehlanzeige! Lieber Pizza, Pasta und Pommes – und dazu bitte eine Cola. Kinder haben eigene Vorstellungen, wenn es um ihre Ernährung geht und zum Leidwesen ihrer Eltern oft eine besondere Vorliebe für Nahrungsmittel mit hohem Zucker- und Fettgehalt. Zu ungesund und  einseitig, kritisieren Ernährungsexperten. Eltern verzweifeln etwa daran, dass der Nachwuchs wochenlang auf Nudeln-ohne-Soße besteht und das Essen nicht anrührt, sobald dort ein Stückchen Grünes enthalten ist. Was tun? Druck, Verbote, Vorschriften, Sätze wie: „Wenn Du Deinen Spinat nicht isst, gibt es auch kein Eis“ und Vorträge über gesundes bzw. ungesundes Essen verschärfen die Situation und wirken kontraproduktiv. Besser: Gelassen bleiben, aus dem Essensthema kein Familienschlachtfeld machen und, so schwer es auch fällt, die Autonomie der Kinder akzeptieren. Was noch lange nicht heißt, dass von jetzt an nur noch Pizza auf den Tisch kommt! Denn Regeln müssen sein.

Vorbild, Geduld, Fantasie und Sinnlichkeit – so heißen die Zutaten, mit denen Kinder für gesundes und abwechslungsreiches Essen begeistert werden. Essen ist, bis auf wenige Geschmacksausnahmen wie Süßes, eine Frage der Gewöhnung, der Geschmacks“bildung“. Auch wenn anfangs viele Obst- und Gemüsesorten abgelehnt werden, sollten Eltern ihren Kindern immer wieder eine gesunde Vielfalt anbieten, um das Spektrum der akzeptierten Nahrungsmittel, vor allem bei Obst und Gemüse, zu erweitern. Die während der Kindheit ausgebildeten Gewohnheiten und Vorlieben halten oft ein Leben lang. Wer bereits als Kind von seinen Eltern gelernt hat, dass gesundes Essen wichtig ist und dass man sich dafür Zeit nehmen muss, der wird auch als Erwachsener eine gute Esskultur pflegen und davon vielfach profitieren.

Vorbild: Kinder lernen durch Nachahmung – auch beim Essen. Eltern, die einen gesunden Lebens- und Ernährungsstil vorleben, schaffen somit die besten Voraussetzungen für die späteren gesundheitsfördernden Ernährungsgewohnheiten ihrer Kinder.

Geduld: Manchen Kindern schmeckt´s vielleicht erst beim zehnten Versuch. Wissenschaftler nennen das Neophobie, die Angst vor Neuem. Erst im Alter von etwa 10 Jahren nimmt das Phänomen wieder ab – und da sind unsere Ernährungsmuster schon relativ festgelegt.

Fantasie: Täglich Apfelspalten in die Schulbox, die dann abends braun und ungegessen in die Biotonne wandern? Probieren Sie Neues! Wie wäre es z.B. mit Smoothies und Shakes, aus frischen Früchten selbst gemixt? Oder knackigem Gemüse in Wraps (Eierkuchen ohne Zucker oder Reispapier) gewickelt? Viele Kinder mögen lieber Rohkost als gekochtes Gemüse: Gemüse in Sticks schneiden und mit Dip servieren. Obst- und Gemüse kann man oft auf Wochenmärkten vor dem Kauf probieren. Lassen Sie Ihr Kind geschmacklich mit Neuem in Kontakt kommen!
Selbstgemacht und leicht abgewandelt wird sogar Fast Food zu einer gesunden Mahlzeit:  Ofenkartoffeln statt Pommes, selbstgemachte Pizza, mit frischem Gemüse belegt, Hamburger im Vollkornbrötchen mit knackigem Salat – lecker!

Sinnlichkeit: Über den Wochenmarkt schlendern und Neues ausprobieren, Erdbeeren pflücken und daraus Marmelade machen, an Kräutern und Gewürzen riechen, Kartoffeln aus der Erde buddeln, einen Obstkuchen belegen, Falläpfel sammeln und daraus Apfelmus kochen, Sprossen auf dem Fensterbrett herstellen… Was man selbst entdeckt, geerntet oder zubereitet hat, isst man auch!

Regeln sind wichtig: Natürlich sollte darauf Rücksicht genommen werden, dass Ihr Kind keine Pilze mag. Und selbstverständlich dürfen Kinder Essenswünsche äußern. Grundsätzlich hat sich aber folgende Regel bewährt: Die Eltern bestimmen, was eingekauft wird und auf den Tisch kommt. Die Kinder entscheiden, was sie davon essen und wie viel. Fast Food hin und wieder zu erlauben ist in Ordnung, ebenso wie Süßigkeiten.

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